Grussworte
Grußwort
des Apostolischen Nuntius in Deutschland,
Erzbischof Dr. Jean-Claude Périsset,
zum Abschluss des Pontifikalamts
anlässlich der 122. Cartellversammlung
der katholischen deutschen Studentenverbindungen
unter dem Motto „Mit Wissen die Zukunft gestalten“
(Bonn, Pfarrkirche St. Elisabeth, 4. Mai 2008)
des Apostolischen Nuntius in Deutschland,
Erzbischof Dr. Jean-Claude Périsset,
zum Abschluss des Pontifikalamts
anlässlich der 122. Cartellversammlung
der katholischen deutschen Studentenverbindungen
unter dem Motto „Mit Wissen die Zukunft gestalten“
(Bonn, Pfarrkirche St. Elisabeth, 4. Mai 2008)
„Mit Wissen die Zukunft gestalten“
Sehr geehrte und liebe Mitglieder des Cartell-Verbandes der katholischen deutschen Studentenverbindungen, die Sie sich anlässlich Ihrer 122. Cartellversammlung hier in Bonn versammelt haben,
sehr verehrte Gäste,
sehr verehrte Gäste,
liebe Mitbrüder im geistlichen Amt,
liebe Mitchristen!
Wenn ich mich umschaue und die vielen „buntbemützten Scharen“ hier beim Gottesdienst versammelt sehe, werde ich an meine eigene Studentenzeit erinnert. Damals wie heute geht es bei den Cartellversammlungen darum, die Verbandspolitik zu beraten, sich des eigenen Standpunktes zu vergewissern und in der Gemeinschaft Gleichgesinnter aus ganz Deutschland Gott zu danken und um Kraft für den oft recht grauen Alltag zu erbitten.
Ich danke Ihnen für die Einladung, an der diesjährigen Cartellversammlung hier in Bonn teilzunehmen. Ich habe sie aus zwei Gründen gern angenommen:
Zum einen: weil Sie katholische Studenten sind, die sich durch ihr Studium und dann durch Qualifizierung im Beruf darauf vorbereiten, die Zukunft der Gesellschaft mitzugestalten – sei es in der Wirtschaft, sei es in der Politik, sei es in der Kultur oder in der Forschung,
zweitens: weil Papst Benedikt XVI. Mitglied Ihres Verbandes ist und vier Jahre - 1959 bis 1963 – an der Katholisch-Theologischen Fakultät hier in Bonn gelehrt hat.
Auf den erstgenannten Grund wirkt das Leitmotiv Ihres Treffens geradezu wie zugeschnitten: „Mit Wissen die Zukunft gestalten“. Für katholische Studenten und Altherren des CV bedeutet das: Aus dem Glauben heraus nach vorne schauen, aus unseren christlichen Wurzeln – sie gehören zu unserem Wissen! – die Gesellschaft gestalten. Als innere Einstellung ist dabei wichtig, dass wir unseren Glauben in seinem ganzen Umfang und nicht nur selektiv bejahen – in der lebendigen Tradition der Kirche. Wenn wir die Lehren und Werte auswählen könnten, die gefallen und genehm sind, dann wäre die Kirche wie ein Marktplatz. Doch sieht die Wirklichkeit anders aus: Wir gehören der Kirche – und nicht umgekehrt. In ihr ist der auferstandene Herr gegenwärtig und wirkt in der Zeit bis zu seiner Wiederkunft unser Heil. Daher muss es unser Bestreben sein, als ihre Glieder lebendige und authentische Träger ihrer Geschichte zu sein. Das ist eben die Tradition der Kirche, die sich homogen entfaltet, die im Prinzip nicht etwas Neues ans Licht bringt, sondern das „was überall, immer und von allen geglaubt worden ist“, wie Vinzenz von Lérins sie umschreibt, fortschreitend in einem je neuen und vertieften Verständnis erleben lässt. Das erklärt, warum Papst Benedikt XVI. immer wieder sehr eindringlich über die Verantwortung spricht, die wir als Christen tragen, wenn er vor dem um sich greifenden ethischen Relativismus warnt sowie vor allen Versuchen, die Gültigkeit von Glaubensaussagen zugunsten naturwissenschaftlicher Forschung in Frage zu stellen oder zu relativieren. Für uns als Akademiker, die in Treue zu ihrem Glauben und seinen Werten stehen und die bereit sind, dafür Farbe zu bekennen, geht es darum, die Zukunft mit vollem Einsatz und entsprechend unserem Auftrag vorzubereiten. Wie aber könnte unsere Generation den Schatz des christlichen Glaubens den nach uns kommenden Generationen weitergeben, wenn wir selbst nur bestimmte Seiten von ihm auswählen und uns zu Eigen machen? Wir wollen „die Zukunft mit Wissen gestalten“: ja!, aber immer mit Wissen, das durch den christlichen Glauben beleuchtet ist. Diese Sicht zu vermitteln, fängt in unseren eigenen Familien an – ist aber auch eine Grundaufgabe jeder Verbindung des CV, damit das Farbetragen nicht nur eine Identifikation mit dem Verband beinhaltet, sondern auch ein Bekenntnis zu unserem katholischen Glauben.
Zum zweiten Grund genügt es, auf die Lehrtätigkeit von Papst Benedikt hinzuweisen: Seine Studien- und Professorenlaufbahn und seine zahlreichen Werke, die bis zum heutigen Tag erschienen sind, zeigen hinreichend und nachhaltig, wie sehr er sich für die Suche nach der Wahrheit als Hilfe zum Leben einsetzt. Für ihn ist das Wort, das Jesus seinen Jüngern sagt, wie ein Polarstern: „Die Wahrheit wird euch frei machen“ (Joh 8, 32).
Möge es auch Ihnen allen geschenkt werden, dass Sie „mit Wissen – d. h. als überzeugte katholische Studenten und Akademiker – die Zukunft gestalten“ und so dazu beitragen, dass christliches Denken in Wissenschaft und Gesellschaft nicht nur nicht marginalisiert wird, sondern als Salz der Erde seine Kraft entfaltet - dank der Menschen, die sich immer wieder von ihm inspirieren lassen.
liebe Mitchristen!
Wenn ich mich umschaue und die vielen „buntbemützten Scharen“ hier beim Gottesdienst versammelt sehe, werde ich an meine eigene Studentenzeit erinnert. Damals wie heute geht es bei den Cartellversammlungen darum, die Verbandspolitik zu beraten, sich des eigenen Standpunktes zu vergewissern und in der Gemeinschaft Gleichgesinnter aus ganz Deutschland Gott zu danken und um Kraft für den oft recht grauen Alltag zu erbitten.
Ich danke Ihnen für die Einladung, an der diesjährigen Cartellversammlung hier in Bonn teilzunehmen. Ich habe sie aus zwei Gründen gern angenommen:
Zum einen: weil Sie katholische Studenten sind, die sich durch ihr Studium und dann durch Qualifizierung im Beruf darauf vorbereiten, die Zukunft der Gesellschaft mitzugestalten – sei es in der Wirtschaft, sei es in der Politik, sei es in der Kultur oder in der Forschung,
zweitens: weil Papst Benedikt XVI. Mitglied Ihres Verbandes ist und vier Jahre - 1959 bis 1963 – an der Katholisch-Theologischen Fakultät hier in Bonn gelehrt hat.
Auf den erstgenannten Grund wirkt das Leitmotiv Ihres Treffens geradezu wie zugeschnitten: „Mit Wissen die Zukunft gestalten“. Für katholische Studenten und Altherren des CV bedeutet das: Aus dem Glauben heraus nach vorne schauen, aus unseren christlichen Wurzeln – sie gehören zu unserem Wissen! – die Gesellschaft gestalten. Als innere Einstellung ist dabei wichtig, dass wir unseren Glauben in seinem ganzen Umfang und nicht nur selektiv bejahen – in der lebendigen Tradition der Kirche. Wenn wir die Lehren und Werte auswählen könnten, die gefallen und genehm sind, dann wäre die Kirche wie ein Marktplatz. Doch sieht die Wirklichkeit anders aus: Wir gehören der Kirche – und nicht umgekehrt. In ihr ist der auferstandene Herr gegenwärtig und wirkt in der Zeit bis zu seiner Wiederkunft unser Heil. Daher muss es unser Bestreben sein, als ihre Glieder lebendige und authentische Träger ihrer Geschichte zu sein. Das ist eben die Tradition der Kirche, die sich homogen entfaltet, die im Prinzip nicht etwas Neues ans Licht bringt, sondern das „was überall, immer und von allen geglaubt worden ist“, wie Vinzenz von Lérins sie umschreibt, fortschreitend in einem je neuen und vertieften Verständnis erleben lässt. Das erklärt, warum Papst Benedikt XVI. immer wieder sehr eindringlich über die Verantwortung spricht, die wir als Christen tragen, wenn er vor dem um sich greifenden ethischen Relativismus warnt sowie vor allen Versuchen, die Gültigkeit von Glaubensaussagen zugunsten naturwissenschaftlicher Forschung in Frage zu stellen oder zu relativieren. Für uns als Akademiker, die in Treue zu ihrem Glauben und seinen Werten stehen und die bereit sind, dafür Farbe zu bekennen, geht es darum, die Zukunft mit vollem Einsatz und entsprechend unserem Auftrag vorzubereiten. Wie aber könnte unsere Generation den Schatz des christlichen Glaubens den nach uns kommenden Generationen weitergeben, wenn wir selbst nur bestimmte Seiten von ihm auswählen und uns zu Eigen machen? Wir wollen „die Zukunft mit Wissen gestalten“: ja!, aber immer mit Wissen, das durch den christlichen Glauben beleuchtet ist. Diese Sicht zu vermitteln, fängt in unseren eigenen Familien an – ist aber auch eine Grundaufgabe jeder Verbindung des CV, damit das Farbetragen nicht nur eine Identifikation mit dem Verband beinhaltet, sondern auch ein Bekenntnis zu unserem katholischen Glauben.
Zum zweiten Grund genügt es, auf die Lehrtätigkeit von Papst Benedikt hinzuweisen: Seine Studien- und Professorenlaufbahn und seine zahlreichen Werke, die bis zum heutigen Tag erschienen sind, zeigen hinreichend und nachhaltig, wie sehr er sich für die Suche nach der Wahrheit als Hilfe zum Leben einsetzt. Für ihn ist das Wort, das Jesus seinen Jüngern sagt, wie ein Polarstern: „Die Wahrheit wird euch frei machen“ (Joh 8, 32).
Möge es auch Ihnen allen geschenkt werden, dass Sie „mit Wissen – d. h. als überzeugte katholische Studenten und Akademiker – die Zukunft gestalten“ und so dazu beitragen, dass christliches Denken in Wissenschaft und Gesellschaft nicht nur nicht marginalisiert wird, sondern als Salz der Erde seine Kraft entfaltet - dank der Menschen, die sich immer wieder von ihm inspirieren lassen.



